Problemstellung und Herausforderung
Die industrielle Lebensmittelproduktion benötigt gleichzeitig Wärme und Kälte. Genau diese Kombination stellt Betriebe vor große technische und energetische Herausforderungen. Während einerseits Kühlung für Produktionsprozesse erforderlich ist, wird andererseits Wärme für unterschiedliche Anwendungen benötigt. Werden diese Systeme getrennt betrachtet, entstehen oft hohe Energieverbräuche und damit auch vermeidbare CO2 Emissionen.
Am Standort Ritter Sport Breitenbrunn steht daher die Erneuerung der Wärme und Kälteproduktion im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Erdgasbedarf für die Produktion deutlich zu reduzieren und die vorhandenen Energieströme innerhalb der Fabrik intelligenter zu nutzen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Produktion und zeigt, wie industrielle Prozesse Schritt für Schritt klimafreundlicher gestaltet werden können.
Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus dem laufenden Betrieb und der mehrjährigen Projektentwicklung. Unterschiedliche technische, wirtschaftliche und organisatorische Anforderungen müssen zusammengeführt werden. Gleichzeitig ändern sich Rahmenbedingungen im Projektverlauf, sodass Planungen laufend überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden müssen.
Innovationsgehalt und Ziele
Der zentrale technische Ansatz liegt darin, Wärme und Kälte nicht mehr getrennt zu betrachten, sondern als verbundenes Energiesystem zu planen. Die neue Lösung basiert auf einer Kombination aus Kältemaschinen und Wärmepumpen. Dabei wird die Abwärme aus der Kälteproduktion als Energiequelle für die Wärmeproduktion genutzt.
So werden Energiekreisläufe innerhalb der Fabrik geschlossen. Wärme, die bisher ungenutzt abgeführt werden musste, kann künftig gezielt für Produktionsprozesse eingesetzt werden. Dadurch lässt sich ein großer Teil des bisherigen Erdgaseinsatzes ersetzen. Die notwendige Wärmeenergie wird damit verstärkt aus emissionsarmer elektrischer Energie bereitgestellt.
Für Ritter Sport bedeutet das eine zukunftsorientierte Modernisierung der technischen Infrastruktur. Für die Umwelt bedeutet es eine Reduktion von fossilem Energieeinsatz und CO2 Emissionen. Für Konsumentinnen und Konsumenten zeigt das Projekt, dass nachhaltigere Produktionsprozesse auch in der Lebensmittelindustrie konkret und technisch umsetzbar sind.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Im Zuge der Konzeptplanung wurde deutlich, wie wichtig eine fundierte technische Simulation für die Auswahl geeigneter Maschinenkonfigurationen ist. Unterschiedliche Varianten wurden analysiert und miteinander verglichen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass sich die optimalen Anlagenkonzepte durch geänderte Randbedingungen deutlich verschieben können. Genau deshalb ist eine flexible und datenbasierte Planung bei industriellen Energieprojekten so wertvoll.
Ein prägender Moment im Projekt war eine Hitzewelle im Juni und Juli 2026. Die bestehenden Rückkühler und Kältemaschinen konnten die notwendige Leistung nicht mehr ausreichend bereitstellen. Die ursprüngliche Auslegung der Rückkühler erfolgte vor rund 25 Jahren auf eine Außenlufttemperatur von 32 °C. Während der Hitzewelle wurden jedoch Temperaturen von bis zu 40 °C erreicht. Dadurch wurde unmittelbar sichtbar, wie stark sich veränderte Klimabedingungen bereits heute auf industrielle Energie und Kühlsysteme auswirken können.
Das Projekt zeigt damit nicht nur einen Weg zur CO2 Reduktion, sondern auch zur Anpassung technischer Systeme an neue klimatische Realitäten. Die Erneuerung der Wärme und Kälteproduktion ist somit Teil eines umfassenden Transformationsprozesses, bei dem Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammen gedacht werden.
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Weiterführende Links
Weitere Informationen zu Ritter Sport finden Sie unter:
https://www.ritter-sport.com/



